 
Ein musikalisches Portrait von
Fatima Scialdone und Fernando
Pannullo
Die bekannte italienische Säingerin Fatima Scialdone
widmet dieses Programm einer aussergewöhnlichen napoletanischen Frau: RIA ROSA - der
Künstlername von Maria Rosario Liberti; geboren 1899 in Neapel, gestorben 1988 in New
York, wo sie sich seit 1937 niedergelassen hafte.
RIA ROSA begann schon in jungen Jahren eine erfolgreiche
Karrière in den Piedigrotte, den populären Musiksälen Neapels. 1922 begab sie sich
erstmals nach Amerika, wo eine ebenso beachtliche Laufbahn bei der italienischen Kolonie
von New York ihren Anfang nahm. Wenn man heute wieder an RIA ROSA denkt, so nicht nur
deshalb, weil sie eine hochbegabte und populäre Musikerin war, sondern weil sie in ihren
Liedertexten immer wieder couragiert und unverblümt die traditionelle Rolle der Frau in
der süditalienischen Gesellschaft in Frage stellte und die dominierende Welt der Männer
mit ironischen, oft aggressiven Kommentaren nicht verschonte.
RIA ROSA war eine ebenso
schlagfertige wie attraktive Feministin, bevor es diesen Ausdruck gab. Die scheinbar
heiter-schmelzende Volksmusik Neapels wird bei RIA ROSA unversehens zu einem
unkonventionellen, kräftigen Instrument der Emanzipation.
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